Herzrasen Wechseljahre: Woher kommt es und was kannst du dagegen tun?

Herzrasen Wechseljahre

Ob beim Sport, in einer stressigen Situation, aus Angst oder Vorfreude - Herzklopfen, Herzstolpern und Herzrasen kennt jeder. Was jedoch, wenn das Herz hin und wieder zu schnell schlĂ€gt, aus dem Rhythmus gerĂ€t oder beĂ€ngstigend stark klopft, ohne dass es dafĂŒr einen konkreten Anlass gibt?  

Der Grund fĂŒr das Herzrasen können Wechseljahre sein, denn der sich verĂ€ndernde Hormonspiegel kann sich nicht nur auf dein Gewicht, deine Stimmung und deinen Zyklus, sondern auch auf die Funktion deines Herzens auswirken.

Herzbeschwerden in den Wechseljahren - LÀstig, aber nicht gefÀhrlich

Etwa ein Drittel aller Frauen erlebt die Wechseljahre komplett ohne oder mit geringfĂŒgigen Beschwerden. Ein weitaus grĂ¶ĂŸerer Teil leidet zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr unter einer Vielzahl von Symptomen, die von Frau zu Frau stark variieren können. Grund dafĂŒr sind die Wechseljahre, die mit einer natĂŒrlichen, kontinuierlichen Hormonumstellung einhergehen. 

Befindest du dich in den Wechseljahren, kann es sein, dass du regelmĂ€ĂŸig unter Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen und MigrĂ€ne leidest. Da es sich dabei um typische, weit verbreitete Beschwerden handelt, werden sie von den meisten Frauen ganz automatisch den Wechseljahren zugeschrieben.

Etwas anders schaut es beim Thema Herzbeschwerden aus, denn nicht jede Frau weiß, dass der sich nach und nach verĂ€ndernde Hormonspiegel auch die Herzfunktion beeinflussen kann. Klopft, stolpert oder rast das Herz ohne erkennbaren Grund, kann das Betroffene ungemein beĂ€ngstigen. Treten die Symptome regelmĂ€ĂŸig auf, machen sich viele Frauen Sorgen, dass mit ihrem Körper etwas nicht stimmt. 

Herzrasen wÀhrend der Wechseljahre - Schuld sind die Hormone

Befindest du dich in den Wechseljahren und leidest hin und wieder unter Herzrasen, - stolpern oder -klopfen, musst du dir in der Regel keine Sorgen machen. WĂ€hrend der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel stark ab.

Bei Östrogen handelt es sich um ein weibliches Sexualhormon, das unter anderem fĂŒr den Aufbau der GebĂ€rmutterschleimhaut, fĂŒr das Öffnen des Muttermundes vor dem Eisprung und fĂŒr die Reifung der Eizelle zustĂ€ndig ist. Ein Großteil der weiblichen Östrogene wird in den Eierstöcken gebildet, ein geringerer Anteil in den Nebennieren.

Was viele nicht wissen: Östrogen wirkt sich nicht nur auf die Entwicklung und Funktion der Fortpflanzungsorgane, sondern auch auf das vegetative Nervensystem aus. Dort fungiert es als Botenstoff und ist an zahlreichen wichtigen Körperprozessen beteiligt. Das vegetative Nervensystem, das von einem Mangel an Östrogenen maßgeblich beeinflusst wird, steuert lebenswichtige Prozesse, beispielsweise die Herz-Kreislauffunktion. 

Sinkt der Östrogenspiegel infolge der Wechseljahre, kann dies die Informationsverarbeitung im Gehirn stören, da es dem vegetativen Nervensystem an Botenstoffen zur Übertragung von Impulsen mangelt. Die Folgen: Hitzewallungen, hoher Blutdruck und nicht selten auch unangenehme Herzbeschwerden.

Wechseljahre und Herzrasen - Klimakterium oder ernste Krankheit?

Das Herz eines gesunden Menschen schlĂ€gt etwa 60 bis 80 mal pro Minute. In stressigen Situationen oder bei körperlicher Anstrengung steigt seine Frequenz. Steigt die Frequenz ohne erkennbaren Auslöser auf mindestens 100 SchlĂ€ge pro Minute an, sprechen Mediziner von Tachykardie, dem Fachbegriff fĂŒr Herzrasen. 

Wer unter Tachykardie leidet, spĂŒrt seinen Puls meist bis in den Hals hinauf. Das Herz scheint dumpf und stark zu klopfen, manchmal in Kombination mit Schwindel und Übelkeit. Befindest du dich in den Wechseljahren, sind solcherlei AnfĂ€lle ganz normal. Meist sind sie nur von kurzer Dauer und verschwinden nach wenigen Minuten von ganz alleine.

Neben den bereits erwĂ€hnten HormonverĂ€nderungen können jedoch auch andere Faktoren fĂŒr das Herzrasen verantwortlich sein. Herzrasen wĂ€hrend der Wechseljahre kann auch auf Durchblutungsstörungen, eine Überfunktion der SchilddrĂŒse oder eine ernst zu nehmende Herz-Kreislauferkrankung hinweisen.

Letztere sind selten und betreffen tendenziell eher MĂ€nner, sollten bei regelmĂ€ĂŸigen, starken Beschwerden aber unbedingt ausgeschlossen werden. 

Wechseljahre Herzrasen

Herzrasen in den Wechseljahren - Weitere mögliche Ursachen

Herzstolpern, Herzrasen und Herzklopfen kommen hĂ€ufig bei Frauen in den Wechseljahren, aber auch bei Jugendlichen vor. In beiden FĂ€llen zeigt sich, dass meist die Hormonumstellung fĂŒr die Beschwerden verantwortlich gemacht werden kann.

Trommelt das Herz mehrere male schnell hintereinander und setzt anschließend kurz aus, spricht man von sogenannten Extrasystolen. Diese sind in der Regel harmlos und können dem Hormonspiegel zugeschrieben werden. Treten die Symptome hĂ€ufig oder sehr stark auf, können jedoch noch weitere physische und psychische Ursachen dahinterstecken. Dazu zĂ€hlen:

  • andauernder Stress
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • ÜbermĂŒdung
  • Magnesium- oder Kaliummangel
  • Blutarmut (AnĂ€mie)
  • Koffein-, Nikotin-, Medikamenten- und Alkoholmissbrauch
  • Unterzuckerung (vor allem bei Diabetikern)
  • Bluthochdruck
  • koronare Herzerkrankungen
  • Herzklappeninsuffizienz
  • Herzmuskelerkrankungen

Herzrasen wÀhrend der Wechseljahre - Wann zum Arzt?

Gelegentliches Herzrasen wÀhrend der Wechseljahre stellt keinen Grund zur Sorge dar und muss nicht zwangslÀufig medizinisch abgeklÀrt werden. Treten Herzrasen, Herzstolpern und Herzklopfen wÀhrend der Wechseljahre hingegen sehr hÀufig auf, solltest du deinen Hausarzt konsultieren.

Mittels einer Blutuntersuchung kann beispielsweise festgestellt werden, ob du unter einer SchilddrĂŒsenerkrankung leidest. Gegebenenfalls wird er zusĂ€tzlich deinen Puls messen und ein EKG anfertigen, um deine Herzfrequenz und deinen Herzrhythmus zu analysieren. Übrigens: Bereits im Alltag kannst du deinen Puls selbst messen, indem du eine gut fĂŒhlbare Arterie ertastest.

Achte darauf, dass du wĂ€hrend der Messung möglichst entspannt bist und setze oder lege dich hin. Setze unter leichtem Druck zwei bis drei Fingerspitzen auf die Haut und fĂŒhle die darunter pulsierende Arterie. Besonders gut eignen sich die Speicherarterien an der Innenseite des Handgelenks, aber auch die Halsschlagader.

ZĂ€hle nun die eintreffenden Pulswellen eine Minute lang, um auf deine aktuelle Herzfrequenz zu schließen. ZĂ€hlst du weniger als 100 SchlĂ€ge pro Minute, besteht kein Grund zur Sorge. Ein Puls, der leicht ĂŒber 100 liegt, ist zwar erhöht, muss aber nicht gefĂ€hrlich sein, insofern die Herzfrequenz nur gelegentlich ohne bestimmten Anlass ansteigt.

GefĂ€hrlich wird es hingegen, wenn die Frequenz ohne konkreten Auslöser auf 120 SchlĂ€ge pro Minute ansteigt. Ein Ruhepuls von mindestens 120 gilt als bedenklich und sollte dringend von einem Arzt untersucht werden. Wird dieser von zusĂ€tzlichen Symptomen wie Kurzatmigkeit, Luftnot sowie Schmerzen und EngegefĂŒhl in der Brust begleitet, sollte dringend ein Notarzt gerufen werden. In dem Fall kann es sich um einen Herzinfarkt handeln, bei dem jede Sekunde zĂ€hlt.

Wechseljahre und Herzrasen - Tipps fĂŒr ein gesundes Herz

Herzrasen wĂ€hrend der Wechseljahre stellt keine Erkrankung dar, dennoch gehen die Wechseljahre und Herzrasen oftmals Hand in Hand. Wie bereits erwĂ€hnt handelt es sich bei gelegentlichen Herzbeschwerden um ein ganz normales Symptom, das mit der rĂŒcklĂ€ufigen Östrogenproduktion zusammenhĂ€ngt und nur in den seltensten FĂ€llen gefĂ€hrlich ist.

Dennoch - Beschwerden wie Herzrasen und -stolpern können unangenehm und anstrengend sein, gerade dann, wenn sie in unpassenden Situationen auftreten und von Schwindel oder Übelkeit begleitet werden. Die gute Nachricht: Du kannst einiges tun, um Herzbeschwerden vorzubeugen und zu lindern.

BegĂŒnstigt werden Herzbeschwerden in den Wechseljahren vor allem durch Stress und ÜbermĂŒdung, aber auch durch Nikotin-, Koffein- und Alkoholkonsum. Bestimmte Entspannungstechniken, beispielsweise Meditation und Autogenes Training, regelmĂ€ĂŸige Ruhepausen und ausreichend Schlaf können Stress reduzieren und dabei helfen, Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen.

ÜberprĂŒfe außerdem deine ErnĂ€hrungsgewohnheiten und stelle diese gegebenenfalls um, insofern du bisher eher mineralstoffarm gegessen hast. Besonders Kalium und Magnesium sind wichtig, damit das Herz nicht aus dem Rhythmus gerĂ€t. Sehr gute Kalium-Quellen sind grĂŒnes GemĂŒse, Bananen, Kartoffeln, TrockenfrĂŒchte und Nusskerne.

Reichlich Magnesium befindet sich hingegen in Vollkornprodukten, Leinsamen und Sonnenblumenkernen. Ebenso hilfreich kann regelmĂ€ĂŸiges Ausdauertraining sein, denn es hilft dir nicht nur beim Abnehmen, sondern fördert auch die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems. 

Herzbeschwerden in den Wechseljahren

Wechseljahre und Herzrasen - Weitere Faktoren, die die StÀrke der Wechseljahrebeschwerden beeinflussen

Hinter stark ausgeprĂ€gten Herz- beziehungsweise Wechseljahresbeschwerden mĂŒssen nicht immer körperliche Ursachen stecken. Dies gilt insbesondere dann, wenn du bereits mehrfach untersucht wurdest, aber keine physische Erkrankung festgestellt werden konnte. In dem Fall werden die Symptome meist durch psychische Faktoren ausgelöst oder verstĂ€rkt. 

GrundsĂ€tzlich gilt: Frauen, die die allmĂ€hlichen VerĂ€nderungen ausschließlich negativ bewerten und das Klimakterium als schlimmes Übel betrachten, leiden nicht selten viel stĂ€rker unter den typischen Beschwerden. Sie betrachten die Wechseljahre als Krankheit oder Verlust der Weiblichkeit, AttraktivitĂ€t und Schönheit, fĂŒhlen sich minderwertig und können sich nur schwer mit den VerĂ€nderungen abfinden.

Sie kĂ€mpfen gegen die Beschwerden an, wodurch sich ihr persönliches Stresslevel maßgeblich und dauerhaft erhöht. Dies wiederum verstĂ€rkt die Symptome und sorgt dafĂŒr, dass sich die Betroffenen noch schlechter fĂŒhlen. In dem Fall kann es helfen, sich die positiven Seiten der Wechseljahre bewusst zu machen (beispielsweise das Ausbleiben der monatlichen Regelblutung) oder, in schwereren FĂ€llen, einen erfahrenen Therapeuten zu konsultieren. 

Herzklopfen und Wechseljahre - Beschwerden natĂŒrlich behandeln

Neben Entspannungstechniken, Sport und einer gesunden, mineralstoffreichen ErnĂ€hrung gibt es auch noch einige andere Mittel, mit denen du Herzrasen in den Wechseljahren effektiv vorbeugen kannst. Die Pflanzenheilkunde bietet ein abwechslungsreiches Spektrum an natĂŒrlichen PrĂ€paraten und Zubereitungen, die dem Herzen gut tun und entsprechende Beschwerden auf natĂŒrlichem Wege lindern können.

Perfekt eignen sich Tees oder Extrakte die Herzgespann, Weißdorn, Traubensilberkerze Rotklee und Passionsblume miteinander kombinieren. Rat und Hilfe bekommst du bei naturheilkundlich ausgerichteten GynĂ€kologen, HausĂ€rzten und Heilpraktikern, die dir geeignete PrĂ€parate empfehlen können.

Des Weiteren solltest du auf eine hohe Zufuhr gesunder Omega-6- und Omega-3-FettsĂ€uren achten. Insbesondere letztere sind wichtig, um das Herz lange gesund und funktionstĂŒchtig zu erhalten. Reichlich Omega-3-FettsĂ€uren stecken vor allem in fettem Seefisch. zum Beispiel in Lachs, in WalnĂŒssen und in bestimmten Pflanzenölen wie Lein- oder Hanföl. Letztere sollten ausschließlich in der kalten KĂŒche zum Einsatz kommen, denn durch Erhitzen werden die gesunden FettsĂ€uren denaturiert und zerstört.

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